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Ursachen
Die Ursachenforschung steht erst am Anfang, doch geht man heute davon aus, dass bei der Entstehung von bipolaren Störungen drei Faktoren zusammenkommen:
- genetische Faktoren
- neurobiologische Faktoren
- sowie bestimmte (negative) Lebensumstände
Die genetische Veranlagung spielt – im Vergleich zu vielen anderen psychischen Erkrankungen – eine größere Rolle. Etwa die Hälfte aller Patienten haben Angehörige, die ebenfalls unter einer bipolaren Störung leiden.
Eine Besonderheit der bipolaren Störung ist es, dass eine exakte Diagnose für den Arzt häufig schwierig ist und Jahre dauern kann. Denn die Erkrankung hat viele verschiedene Gesichter und der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich sein. Depressive Menschen halten ihre Erkrankung oft für vorübergehende schlechte Laune. Andererseits empfinden manische Menschen ihre gehobene Stimmung und Leistungsfähigkeit nicht als Krankheit, denn oft fühlen Sie sich ja ausgesprochen gut.
Veranlagung
Wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass veränderte Genmuster im Gehirn für diese Veranlagung verantwortlich sind, die unmittelbar mit der Funktion so genannter „Neurotransmitter“ zusammenhängen. Dies sind chemische Botenstoffe, die an der Weiterleitung von Nervenimpulsen im Gehirn beteiligt sind.
Veränderter Gehirnstoffwechsel
Weiterhin können Stoffwechselstörungen im Gehirn verantwortlich für die bipolare Störung sein. Bei solchen Menschen lassen sich häufig Veränderungen einzelner Neurotransmitter in den verschiedenen Krankheitsphasen nachweisen. So zeigt sich in der depressiven Phase oft ein Mangel an Noradrenalin und Serotonin im Gehirn, während in manischen Episoden eine Erhöhung der Dopamin- und Noradrenalinspiegel vorliegt.
Lebensumstände als Auslöser
Liegen nun bei einem Menschen eine genetische Veranlagung oder Stoffwechselstörungen im Gehirn vor, können stressige Lebensumstände, berufliche Probleme oder gravierende Ereignisse eine bipolare Störung auslösen, indem das Nervensystem aus dem Lot gebracht wird. Die schlummernde Veranlagung wird so zum Ausbruch gebracht. Aber denken Sie bitte daran: Sie sind mit Ihrer Erkrankung nicht alleine und erfahren fachgerechte Hilfe durch Ihren Arzt und Unterstützung durch Ihre Angehörigen, Freunde und Bekannte.