Inhalt

Manische Episoden

Foto: Auftosende Wellenbrecher am Meer mit Berg im Hintergrund

"Ich fühle mich großartig" ist ein typischer Satz, wie ein Betroffener zu Beginn einer Manie seinen Zustand beschreiben würde. Und tatsächlich ist es auch oftmals so, dass dieser Betroffene in ganz besonders guter Stimmung ist und überflutet wird von Glücksgefühlen. In der eigenen Einschätzung fühlen sich die Betroffenen in dieser Phase meist außergewöhnlich leistungsstark, kreativ und sind voller Tatendrang.

Dieser Zustand geht jedoch sehr rasch in eine übersteigerte Euphorie über, in der sich das Denken nachteilig verändert und das eigene Handeln oft nicht mehr rational steuerbar ist. Ideen rasen durch den Kopf, die Sprache wird schneller, das Verhalten zunehmend chaotisch, die körperliche Belastung nimmt zu bis hin zu völliger Schlaflosigkeit und unkontrollierbarer Ekstase, in der sich die Betroffenen nicht selten Schaden zufügen, z. B. durch Alkohol- und Drogenmissbrauch oder exzessive Kauforgien – oft weit über die finanziellen Möglichkeiten hinaus.

Diese Beschreibung zeigt schon, dass eine Manie unbedingt einer Behandlung bedarf.

Die Hypomanie

Es gibt eine weitere Form der Manie – die Hypomanie. So bezeichnet man eine deutlich abgeschwächte manische Episode, die auch zeitlich kürzer ist und in der sich der Betroffene ausgesprochen wohl fühlt, mehr Lebensfreude verspürt, aber auch schon zu leicht übertriebenem Verhalten neigt.

Wenn eine solche hypomanische Episode nach einer Depression auftritt – was häufig vorkommt – ist es für den Betroffenen noch schwerer einzusehen, dass es sich um eine Erkrankung handelt, fühlt er sich doch rundum gut und ist bester Laune.

Dennoch sollte auch eine Hypomanie auf jeden Fall behandelt werden, denn zu Beginn weiß man nie genau, ob sie sich eventuell zu einer Manie entwickelt, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Zudem verschlechtert jede unbehandelte Episode den Gesamtverlauf der Erkrankung: Die Zeiten ausgeglichener Stimmung werden seltener, die Abstände zwischen einzelnen Episoden kürzer.

  

Achten Sie auf besondere Zeichen, die eine hypomanische Phase andeuten, um gegebenenfalls frühzeitig mit Ihrem Arzt sprechen zu können.