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Behandlung der bipolaren Störung
Menschen mit einer bipolaren Störung müssen unbedingt in fachärztliche Behandlung, denn nur unter Beobachtung eines Arztes ist die Erkrankung Erfolg versprechend zu behandeln.
Regelmäßige Medikamenteneinnahme
Ihre bipolare Störung ist eine lebenslange Erkrankung, die jedoch bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme und einem gewissenhaften Umgang mit der Krankheit sehr gut behandelbar ist. Das bedeutet gleichzeitig: Betroffene sollten ein Leben lang lernen mit Ihrer Erkrankung umzugehen, um ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen zu können.
Wissen Sie, in welcher Phase Sie sich gerade befinden? Können Sie Warnsignale erkennen, die ein Abgleiten in eine neue Episode ankündigen? Solche Fragen beantworten zu können, ist sehr wichtig für Sie. Denn je besser Sie sich und Ihren Zustand selbst einschätzen können, desto besser können Sie reagieren.
Ziele und Phasen der Behandlung
Ihr Arzt verfolgt im Verlauf Ihrer Erkrankung im Wesentlichen drei Behandlungsziele:
- Die Akutbehandlung
- Die Erhaltungstherapie
- Die Rückfallvorbeugung
In der Akutbehandlung geht es vordringlich darum, den Betroffenen aus seiner vorliegenden Episode herauszuholen und den akuten Leidensdruck zu nehmen. Die Erhaltungstherapie zielt darauf, die noch etwas instabile Situation des Betroffenen zu stabilisieren, einen direkten Rückfall zu vermeiden und gegebenenfalls bereits unterstützende therapeutische Maßnahmen wie eine Psychotherapie einzuleiten.
Wenn sich die Stimmungslage des Betroffenen vollständig normalisiert hat, gilt es, einem Rückfall vorzubeugen und das Ausbrechen weiterer Episoden zu verhindern. Zudem wird in dieser Phase die Wiedereingliederung ins soziale Umfeld und den Beruf wichtig.
Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Grundlage der Behandlung einer bipolaren Störung ist in jedem Fall ein Medikament. Begleitet wird die medikamentöse Therapie oft von Gesprächs- und Gruppentherapien. Die einzelnen Methoden hängen sowohl von der Schwere der Erkrankung, der Vorerfahrung des Betroffenen, als auch vom Gesamtverlauf ab.
Medikamentöse Therapie
Die Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verordnet hat, tragen dazu bei, manische oder depressive Symptome zu verbessern oder gar nicht erst auftreten zu lassen. Deshalb ist eine regelmäßige Einnahme sehr wichtig.
Klassische Medikamente, die bei bipolaren Störungen eingesetzt werden sind z.B. Stimmungsstabilisierer wie Lithium, Valproinsäure oder Carbamazepin, die besonders in der Behandlung der akuten Manie eine wichtige Rolle spielen. Auch die so genannten typischen Neuroleptika werden bei akuter Manie eingesetzt. Darüber hinaus steht die neueste Generation der Neuroleptika zur Verfügung, die so genannten atypischen Neuroleptika, die insbesondere in der Verträglichkeit wesentliche Vorteile gegenüber älteren Medikamenten aufweisen.
Bei schweren Depressionen werden Antidepressiva eingesetzt, wobei der Arzt darauf achtet, dass der Betroffene nicht in eine Manie oder Hypomanie übergeht („Switch-Risiko“).
Weitere Therapiemaßnahmen
Darüber hinaus bieten sich auf die Erkrankung abgestimmte weitere Maßnahmen wie Einzelgespräche oder Gruppentherapie an. Zusätzlich ist die Teilnahme an Selbsthilfegruppen sehr bedeutsam, denn der Austausch von Betroffenen und Angehörigen kann eine hervorragende Hilfe bedeuten. (siehe Abschnitt „Adressen“)
Was können Sie selbst tun?
Neben der regelmäßigen Medikamenteneinnahme ist die Fähigkeit, Frühwarnzeichen einer sich anbahnenden Episode zu erkennen, sehr wichtig für Sie, um gegebenenfalls frühzeitig gegensteuern zu können. Lernen Sie, sich selbst und Ihr Verhalten zu beobachten. Je früher Sie Auffälligkeiten an sich erkennen, desto schneller können Sie Ihren Arzt aufsuchen, der Ihnen weiterhelfen wird. An dieser Stelle ist auch die Bedeutung von Angehörigen, Freunden und Bekannten nicht zu unterschätzen, die Sie gut kennen und einschätzen können.
Achten Sie bitte unbedingt darauf, Ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen, denn nur so ist eine dauerhafte und erfolgreiche Therapie zu gewährleisten.